„Warum steigen die Kosten, obwohl Sie automatisiert haben?“
Die Frage kommt in der Budgetrunde, nie davor.
Sie haben automatisiert. Sie haben konsolidiert. Die Folien zeigen Effizienzgewinne. Dann fragt der CFO: „Warum steigen Ihre Kosten trotzdem?“
Ab diesem Moment verteidigen Sie. Und wer verteidigt, hat die Bewertung schon abgegeben.
Der Mechanismus dahinter: Automatisierung senkt Aufwand, nicht Ausgaben. Lizenzen wachsen mit der Nutzung. Verbrauchspreise ändern sich, nachdem die Abhängigkeit da ist. Der Nutzen landet in den Fachbereichen, die Rechnung bleibt bei der IT. Auf den Folien steht Effizienz — im Hauptbuch steht Steigerung. Beides stimmt. Der CFO sieht nur eine Seite.
Drei Brüche machen die Frage gefährlich:
- Abhängigkeit ohne Preisanker. Sie haben eingeführt, was heute günstig ist — ohne Klausel, was passiert, wenn sich der Preis verdoppelt.
- Skalierung ohne Kostenlogik. Jeder neue Use Case erhöht die Rechnung. Wer erklärt dem Gremium, dass Wachstum hier Erfolg bedeutet?
- Nutzen ohne Gegenrechnung. Die eingesparten Stunden tauchen in keinem Konto auf. Was nicht gegengerechnet ist, existiert für den CFO nicht.
Die Antwortlinie beginnt vor der Sitzung, nicht in ihr. Rechnen Sie den Nutzen dahin, wo er entsteht — pro Fachbereich, in deren Zahlen. Legen Sie den Preisanker offen: was heute gilt, was bei Verdopplung passiert, wo die Ausstiegsgrenze liegt. Und stellen Sie die CFO-Frage selbst, bevor er sie stellt — mit der Rechnung daneben.
Die Budgetrunde bestraft nicht steigende Kosten. Sie bestraft steigende Kosten, die niemand vertreten kann.