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· Board Dynamics

Einstimmig stumm: warum Ihr Projekt im Steering Committee kippt

Im Steering Committee sitzt niemand gern am Pranger.

Alle sehen die Risiken. Keiner spricht sie aus. Nicht aus Feigheit — aus Kalkül: Wer Zweifel äußert, wird zum Problembesitzer. Er muss Alternativen liefern. Er verantwortet die Verzögerung. Er steht als Bremser da.

Die Entscheidung wirkt einstimmig. Sie ist nur einstimmig stumm.

Das Muster hat einen Mechanismus. Je wichtiger die Entscheidung, desto höher der Preis für Widerspruch — und desto größer der Druck zu schweigen. Das Gremium produziert Zustimmung, die keine ist. Der Widerstand verschwindet nicht. Er verschiebt sich: in die Umsetzung, in die Budgetrunde, in die Flurgespräche danach.

Für Sie als IT-Leiter heißt das: Die gefährlichsten Einwände hören Sie in der Sitzung nicht. Sie treffen Sie später — als stockende Zuarbeit, als plötzliche Nachfrage vom CFO, als Eskalation im dritten Monat.

Was dagegen hilft, ist keine bessere Präsentation. Es ist Vorarbeit:

  1. Einwände einzeln einsammeln. Vor der Sitzung, im Zweiergespräch. Unter vier Augen sagt Ihnen jeder, was er im Gremium nie sagen würde.
  2. Den stärksten Einwand selbst vortragen. Wer das Risiko benennt, bevor es ein anderer tut, bleibt Herr der Bewertung — statt Problembesitzer zu werden.
  3. Die Antwortlinie vorbereiten, nicht die Folien. Auf jede kritische Frage eine geprüfte Antwort. Nach 25 Jahren in solchen Runden: Es sind selten mehr als fünf.

Der wertvollste Beitrag in einem Steering Committee ist nicht die Zustimmung. Es ist der eine Einwand, den alle denken und keiner ausspricht. Sorgen Sie dafür, dass er auf den Tisch kommt, solange Sie ihn noch beantworten können.